Spezielles Sicherheitstraining mit Hund für Zweit- und Drittklässler gab Aufschluss über das richtige Verhalten der Kinder

ST. PETER. Lachen erfüllt die Luft, fröhlicher Umtrieb auf dem Spielplatz: Kinder sind mit Schaufel, Sandform, Eimer, Spielautos, Ball, Wasserpumpe zugange – plötzlich erscheint wie aus dem Nichts ein fremder Hund. Schreien? Wegrennen zu Mama, Papa, Oma? Gar mit dem Spielzeug nach ihm werfen?

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Angst vor Hunden abbauen war ein Ziel beim Hundetraining in der Abt-Steyrer-Schule. FOTO: MONIKA ROMBACH

„Nein!“, erklärt Reinhold Göbel vor Zweit- und Drittklässler in der Abt-Steyrer-Schule in St. Peter, „sofort stehen bleiben, zur Seite abwenden, Spielzeug fallen lassen und Hände oben behalten“. Was er und sein Mitarbeiter nun mit den Kindern üben, gilt für sie bereits als fortgeschrittene Lektion.

„Stehen bleiben, egal, was passiert“ und „abwenden“ trainierten die Kinder zuvor schon mit dem Eigner der Hundeschule Göbel, seinem Begleiter und ihrem mitgeführten Hund zum speziell entwickelten Kindersicherheitsprogramm. Schnell einprägsam sind die klaren und knappen Instruktionen: Wer stehen bleibt, ist für den Hund keine Bedrohung und dieser wird so umgekehrt auch nicht zur Bedrohung des Menschen. Der seitlich abgewendete Blick verstärkt dieses Signal.

Schwerer fällt da schon Lektion zwei: Reglos stehen bleiben, bis der Hund vorbei ist! Auch das wird aktiv einzeln geübt, ganz dicht führen die Trainer abwechselnd den ausgebildeten Schäferhund an die Kinder heran, führen ihn um sie herum und mimen, was das Tier möglicherweise tun könnte. Bellen oder knurren, schnüffeln, schubsen, nach der Kappe auf dem Kopf hechten und sie herunterreißen. Auch nicht reagieren auf die Auffor¬derung, dem Hundeführer zum Gruß die Hand zu reichen oder die Mütze festhalten zu wollen. „Lieber ist die Mütze weg als dir in den Arm gebissen“, verweist Reinhold Göbel eindringlich.

Aus 24 Jahren Berufserfahrung entwickelte der Besitzer der Freiburger Hundeschule seine aus Presse, Funk und Fernsehen bekannten Programme, er bildet Schutz- und Wachhunde aus, trainiert sie als wertvolle Partner für Familie und Freizeit, hilft bei Problemhunden durch kompetentes Training, lässt Besitzer deren Fähigkeiten entdecken und trainiert Kinder und Erwachsene im richtigen Umgang mit dem „besten Freund des Menschen“. Schon mit elf Jahren habe er gewusst, dass er nichts anderes als Hundetrainer werden wolle, bekennt er. Den Pausenhof der ‚Schule improvisiert er nun als Spielplatz, auf dem die Kinder sich vergnügen dürfen. Plötzlich erscheint der Hund an der Hand des zweiten Trainers. Wie erlernt, bleiben die Kinder stehen, wenden sich seitlich, zwei werfen das Spielzeug weg. Die ausschweifende Handbewegung wird als falsch korrigiert. „Denn den Hund interessiert, was ihr in der Hand habt“, erfahren die Schüler, „darum könnte er danach schnappen und euch dabei beißen“.

Daher‘ gilt, „Hände öffnen“; damit fällt, was in der Hand ist, nach unten. Der Hund wendet sich sofort dem Boden zu, die Gefahr ist gebannt. Wieder wird geübt, mit seinem Spielzeug im Maul läuft der Hund geduldig durch die Menge, wieder und wieder. Ungefähr 1500 Kindern verhalf er bislang dadurch anschaulich zum richtigen Verhalten.

Trainer Reinhold Göbel will noch mehr wissen: „Was machst du, wenn du mit dem Fahrrad unterwegs bist und ein fremder Hund auf dich zukommt?“ – „Wie reagierst du, wenn du dabei gerade ein Eis isst?“ – „Hältst du deinen Ball jetzt besonders fest oder wirfst du ihn weg?“. Fast alle Antworten sind richtig, die Kinder hörten aufmerksam zu und hatten trotz des Lernens viel Spaß an der Aktion, zu der übrigens auch die beiden Lehrerinenen aktiv sein mussten und zugegebenermaßen nicht ganz angstfrei waren.

Monika Rombach

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