Ein Hundelehrer mit drei kleinen Schäferhunden war zu Gast in der Norsinger Grundschule

untitled-12

Tierischen Besuch hatten die Grundschüler In Noraingen.
FOTO: LINDMANN

EHRENKIRCHEN (TIL). Sie können es kaum erwarten, die kleinen belgischen Schäferhunde. Ungestüm ziehen Alice, Bess und Back an ihren Leinen und bereiten dem Hundelehrer Reinhold Göbel so manche Mühe, die aufgeregten Gemüter einigermaßen im Zaum zu halten. Back stolpert, seine kleinen dünnen Beine haben sich wieder mal in den Riemchen der Leine verfangen. Ihm ist das egal, unverwüstlich steht er wieder auf und setzt seinen Weg fort. Schließlich wollen er und seine beiden Kameraden doch endlich dorthin, wo die vielen lachenden Norsinger Grundschüler gespannt in einem Stuhlkreis auf die Besucher der Hundeschule Göbel warten.

„Oh seht mal“, ruft plötzlich die neunjährige Katrin Jacob und zeigt mit dem Finger auf die viereinhalb Monate alten Welpen, die sich dem Kreis auf dem Pausenhof nähern. Katrins Augen leuchten. Ihr ist anzumerken, dass sie am liebsten aufspringen und zu den tierischen Besuchern laufen, sie streicheln möchte. Doch die Zweitklässlerin hält sich zurück. Sie weiß ganz genau: Wenn sie aus dem Rahmen fällt, erklingt sofort die schrille Trillerpfeife ihrer Massenlehrerin, Sylvia Jäger, die sie zur Ordnung mahnt.

Und Katrin muss sich ja auch nicht eilen. Wenig später hat sie genug Gelegenheit, das weiche Fell der jungen Vierbeiner zu berühren und, was ihr besonders wichtig ist, all ihre Fragen loszuwerden. „Ich habe mir zwei Stunden lang überlegt, was ich schon immer mal über Hunde wissen wollte“, erzählt sie stolz und wendet sich sogleich wieder an den Hundeführer Göbel: „Wie schnell kann eigentlich der schnellste Hund der Welt werden?“, will sie wissen.

Sylvia Jäger ist vom Interesse ihrer Schüler begeistert: „Es ist unglaublich, wie viel die Schüler wissen wollen“, immer wieder zeigen sie auf. Reinhold Göbel kann sich so manches Mal vor Fragen gar nicht retten, die die Schüler so hartnäckig an ihn herantragen. Und trotzdem bereitet ihm das Gespräch mit den Kindern sichtlich Spaß: Er redet gern über seine quirligen Welpen, seinen Liebling Aleon, der dem Hundelehrer aufs Wort gehorcht Die Grundschüler lauschen gespannt. Kein Wort, keine Geste wollen sie verpassen.

„Ich besuche, sofern es. meine Zeit zulässt, gern Schulen und bereichere den Unterricht mit etwas mehr Praxis“, meint Göbel – und das „ohne Bezahlung“ wie Sylvia Jäger hinzufügt.

So ganz ohne ein Dankeschön kommt Göbel an diesem Tag aber nicht davon. Kurz bevor er sich mit seinen Vierbeinern wieder in Richtung Ebnet aufmacht, stehen Katrin und Jasmin vor ihm und strahlen ihn mit zwei Säcken Hundefutter vor ihren Füßen an. „Dass Sie ja bald wiederkommen“ scheinen sie wohl insgeheim zu denken.

error: Kopierschutz eingeschaltet!